Alles über Pu Erh Tee



Inhaltsverzeichnis

 

Pu Erh Tee – Geschichte

In Yunnan, der Provinz des Ewigen Frühlings, wurde die Teekultur geboren. Dort, aus dem Südwesten Chinas stammt auch der Pu Erh Tee, der wohl älteste und beste Tee der Welt. Seit 1700 Jahren wird der Tee dort angebaut und zählt zu den Getränken, welche sehr gut für die Gesundheit sind. Der Wert dieses Tees wurde jedoch erst in der Tang-Dynastie (618-907) erkannt und der Teehandel begann. Der Pu Erh ist nach einer Stadt seiner Herkunftsregion benannt. Pu’er liegt in der chinesischen Provinz Yunnan. In einem recht abgelegen Gebiet, namens Ba Da Shan, existierten bis heute in den Bergen Teegärten, die den unvergleichlichen Pu Erh liefern.pu_erh_tee_tasse_3
Die Gemeinsamkeit zwischen Schwarzem und Grünem Tee mit Pu Erh, bildet eine Teepflanze mit dem lat. Namen Camellia sinesis. Pu Erh allerdings wird aus einer Unterart namens Qingmao her­gestellt. Der älteste Qingmao-Teebaum, den die Bewohner von Yunnan den „König aller Teebäume“ nennen, wächst auf dem Berg Liuchashan, wo vermutlich die ersten wilden Teebäume der Erde wuchsen. Bei Qingmao handelt es sich jedoch nicht um einen zarten, kleinen Strauch. Im Gegenteil, Qingmao wächst zu richtigen Bäumen heran. In der Ursprungsregion des Pu Erh, in Ba Dan Shan stehen auf 1,5 bis 2 km Höhe sogar Qingmao-Bäume, die nicht nur auf über 800 Jahre geschätzt werden, sondern schon allein mit einer Größe von um die 30 Meter schwer beeindrucken. Der Stammvater des Pu-Erh-Tees, welche 1961 das erste Mal von Botanikern im Urwald entdeckt wurde und 2000 Jahre alt war, liefert noch heute Teeblätter von hoher Qualität.

Aber was hat es damit auf sich, dass auf den Etiketten verschiedener Pu Erh’s auch der Jahrgang mit angegeben wird? Tatsächlich ist der Pu Erh ein Tee, der reift. Diesen Prozess kann man durchaus mit Wein vergleichen. Und wie bei Wein auch, so gilt für den Pu Erh: je älter desto besser. Bei richtiger Lagerung verbessert dieser Tee im Laufe der Zeit seinen Geschmack immer mehr, was ihn dann natürlich auch immer teurer macht. Schließlich nimmt er in diesem Fall ständig geeigneten Lagerraum in Anspruch.

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Wirkung: Hält der Pu Erh Tee was er verspricht?

Unbestritten gehört Pu Erh zu den gesündesten Getränken. Doch ebenso unbestritten, kann man von ihm keine Wunder erwarten. So kann die Kombination der Inhaltsstoffe des Pu Erh beispielsweise die Fettverbrennung im menschlichen Körper durchaus unterstützen. Wer allerdings zwar einerseits täglich zwei Tassen Pu Erh Tee trinkt, andererseits aber nicht weiter auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend regelmäßige Bewegung achtet, der wird auch von einer gesteigerten Fettverbrennungsrate durch den Pu Erh nichts merken. loser_pu_erh_4So streiten sich bereits seit Jahrzehnten beide Seiten. Da sind zum einen diejenigen, die durch Pu Erh verbesserte Cholesterin-Werte bei Ratten in medi­zinischen Studien auch beim Menschen bestätigt wissen wollen. Die von der antimikrobiellen und antimutagenen Wirkung dieses Tees so überzeugt sind, dass sie ihn als Prävention für Krebs sehen. Und die dank der hohen Flour-Konzentrationen selbst für die Zähne noch positives erkennen können. Andererseits haben die Kritiker vor allem die großen Konzentrationen an Koffein und Theobromin vor Augen. Sie verweisen auf die ausdrückliche Warnung der DGE täglich anderthalb Liter oder gar mehr Pu Erh zu trinken.

Die tatsächliche Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo dazwischen. Von Kapseln mit Tee-Extrakt sollte man grundsätzlich wohl besser die Finger lassen. „Ganz normaler“ Pu Erh dagegen, als Tee getrunken, zum Genuss, in den üblichen Mengen von einigen nicht übertrieben vielen Tassen am Tag, richtet ganz sicher keinen Schaden an. Im Gegenteil, in diesem Fall dürfte man von den gesundheitlichen Vorteilen am meisten profitieren. Gesünder als stark Zuckerhaltige Limonaden etwa, ist er ohne Zweifel.

 

Pu Erh Tee – Teezubereitung

Es gibt mehrere Theorien, zur Entstehung des Pu Erh. Eine Version beispielsweise erzählt, dass einige Teebauern versuchten eine Möglichkeit zu finden, Grünen Tee haltbarer zu machen. Das Experiment hat zwar nicht so funktioniert, wie erwartet. Dennoch konnte man nicht von einem Fehlschlag sprechen, da das Ergebnis die Entdeckung des Pu Erh war. Eine andere Geschichte dagegen erzählt, dass eine Teecharge im Laufe ihres langen Weges auf der historischen Handelsroute namens „Tea Horse Road“ anfing zu oxidieren und somit scheinbar verdorben war. Bei einer Verkostung stellt man dann allerdings fest, dass der Tee nicht matt und geschmacklos, sondern zu aller Überraschung dagegen wesentlich intensiver und aromatischer geworden war.

Ursprünglich wurde für den Pu Erh eine scheinbar recht einfache, aber dafür umso langwierigere Herstellungsmethode entwickelt. Direkt nach der Ernte wurden die Blätter des Qingmao-Baumes gedämpft. Gleich im Anschluss an diesen ersten Arbeitsschritt wurde der Tee in Formen gepresst. In der Regel handelte es sich dabei um Fladen, die mit einer Größe von etwa 15 cm Durchmesser recht praktisch zum Transportieren und Handeln waren. Es gab allerdings auch Ziegel, die beim Stapeln noch platzsparender waren. Bis heute haben sich diese Pressformen für Teeblätter bewährt. Daneben finden sich aber auch Kugel- und sogar Pilzformen. Nun musste der Pu Erh „nur noch“ reifen. Für mindestens 5 Jahre wurde er bei seinem Teebauern eingelagert und rauchte so regelrecht vor sich hin. Zahlreiche Mikroorganismen waren dabei beteiligt und verwandelten Duft, Geschmack und Aroma des Tees in ein ganz besonders intensives Sinneserlebnis.pu_erh_aufgiessen_1
Doch Zeit ist Geld. Dieses Schlagwort bestätigt sich vor allem in unserer Zeit immer wieder. In der Reifezeit des Pu Erh verdient der Tee­bauer noch kein Geld damit. Im Gegenteil, er muss Lagermöglichkeiten zur Verfügung haben, die ihn unter Umständen sogar Geld kosten. Das End­produkt ist dann zwar entsprechend hochpreisig, da wiederum gibt es dann allerdings Kunden, die vielleicht nicht bereit oder gewillt sind, so viel für ihren Tee auszugeben. So verwundert es nicht, dass in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sogenannte Starterkulturen für den Pu Erh entwickelt wurden. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus eben jenen Mikroorganismen, die natürlicher Weise am Reifungsprozess dieser Teespezialität beteiligt sind. Werden sie den Blätter künstlich beigemischt, beschleunigt sich die Entwicklung. Durch veränderte Herstellungsverfahren reichen so inzwischen bereits mehrere Monate aus, um einen qualitativ hochwertigen Pu Erh zu erhalten. Zwar immer noch eine lange Zeit, im Vergleich zu 5 Jahren aber doch erheblich kürzer.

Auf dem Markt finden sich heutzutage sowohl Pu Erh Sorten, die auf die moderne, aber auch welche, die auf die traditionelle Art und Weise produziert wurden. Dass letztere dabei im Preis deutlich höher liegen, versteht sich schon von selbst. Um jedoch nicht zu viel zu bezahlen, kann man sich gerne noch einmal bei seinem Teehändler danach erkundigen, wie lange der Pu Erh gereift ist.

Man kann seinen Pu Erh auch bei uns in einer der traditionellen gepressten Versionen kaufen. In diesem Fall bricht man sich vor der Zubereitung die benötigte Menge ab. Um die verbleibenden Teeblätter dabei allerdings nicht zu beschädigen und möglichst schonend mit ihnen umzugehen, sollte man allerdings nicht einfach ein x-beliebiges Messer oder ähnliches nehmen. Für diesen Zweck gibt es spezielle Teemesser, die von ihrer Form den Messern ähneln, wie sie zum Öffnen von Austern verwendet werden.

Das Teewasser sollte eine Temperatur von 95°C nicht überschreiten und der erste Aufguss sollte auch nur wenige Sekunden, maximal eine halbe Minute ziehen. Selbstverständlich können von einem Pu Erh mehrere Aufgüsse genossen werden. In China ist es sogar üblich, dass selbst der vierte Aufguss noch getrunken wird. Die Ziehdauer wird dabei langsam gesteigert. Das Erlebnis, wie anders ein und derselbe Tee beim nächsten Aufguss schmecken kann, sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Wenn man sich voll und ganz darauf konzentriert, die Unterschiede im Vergleich zur Tasse zuvor zu erschmecken, erlebt man so ganz einfach seine tägliche, kleine Teemeditation, eine Auszeit vom Alltag, eine kurze Reise in das Land der Sinneseindrücke.

Selbstverständlich findet sich Pu Erh längst auch als lose Ware oder sogar als Teebeutel in unseren Regalen. Wem also die Fladen oder Ziegel nicht ganz geheuer sind, wer sich unsicher fühlt, bei Dingen wie Lagerung, Handling usw. der kann seinen Lieblings-Pu Erh auch wie jeden anderen Tee kaufen.

Fazit: Ist der Pu Erh Tee wirklich etwas Besonderes?

„Anders“ ist wohl ein Schlagwort, das den Pu Erh durchaus treffend beschreibt. Er ist ein bisschen grün, er ist ein bisschen schwarz, aber eben auch anders. Er hat Parallelen zum Wein, nicht nur was seinen Reifeprozess betrifft, sondern auch, wenn es um den Genuss geht. Er schmeckt nicht nur intensiv, er ist auch noch gesund. Er hat ganz klar einen Wiedererkennungswert und doch schmeckt jede Tasse… ja, anders. pu_erh_lose_2Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass man sich in der Welt des Tees erst dann als „Kenner“ oder gar „Experte“ bezeichnen darf, wenn man einen Pu Erh probiert hat. Und wie viele andere Dinge im Leben auch, so sollte man den Pu Erh trinken, weil man ihn mag, weil er schmeckt und weil man ihn genießen kann, sowohl seinen Geschmack und sein Aroma, als auch die Zeit, während man ihn trinkt. Man sollte dem Pu Erh genügend Respekt entgegen bringen und ihn nicht einfach nebenbei, in Eile trinken. Man sollte sich bewusst Zeit für ihn nehmen. Allerdings sollte man ihn nicht ausschließlich deswegen trinken, weil man sich einen gesundheitlichen Vorteil dadurch erhofft. Auch das ist eine Frage des Respekts.

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